Wechselspiele – Festival und Symposium
Auszug aus dem Vorwort zum Katalog der Ausstellung „Bild und Szene“
Heiner Müller
November 1986
“Das Theater hat Gezeiten wie die Nordsee, seine Geschichte ist mit der Geschichte der Staaten und Gesellschaften, die es aushalten, nicht ohne weiteres auf einen Nenner zu bringen, die Wellenlängen sind verschieden. Auf das weitere, auf die zarte Differenz, wie Goethe es genannt hat, kommt es wahrscheinlich an, wenn man den hellen oder dunklen Schein der Gegenwart, der das Theater ist, in die Zukunft verlängert. Manchmal greift das Theater dem Gesellschaftsplan vor, das ist die Zeit der Wirkungen. Wenn das Publikum die Bühne einholt, ist die Zeit des Erfolgs gekommen, der die Wirkungen aufhebt. Dann braucht das Theater den Schritt ins nächste Unbekannte. Wenn es zu lange zögert, weil es an seiner (sozialen) Funktion unsicher wird, werden Dekor und Kostüm hypertroph: Selbstdarstellung des Theaters auf Kosten seines Gegenstands.”
Ab morgen findet im Helios-Theater Hamm ein Theaterfestival und Symposium mit Aufführungen, Referaten und Diskussionen statt. Titel ist “Wechselspiele”, beschäftigt werden soll sich mit der Wechselwirkung zwischen Künstlern und Zuschauern. Weitere Informationen finden sich auf der Helios-Theater Seite.
Auf diesem Blog werde ich begleitend über dieses Festival berichten, mit so vielen Berichten wie mir möglich. Viel Spaß beim Entdecken der internationalen Gastspiele.
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